
| Projekt: | Sanierung eines Stadtteilkinos |
| Bauweise : | – |
| Ort: | München - Neuhausen |
| Fertigstellung: | 2016 |
| Wohnfläche: | ca. 250 qm + Terrassenfläche im Innenhof |
| Energiebilanz: | ???? |








Ein Kino von 1912. Ein Ort voller Geschichte. Und eine behutsame Transformation in die Gegenwart.
Der Umbau des Neuen Maxim Kinos stellte uns vor eine besondere Aufgabe: ein nahezu vollständig sanierungsbedürftiges Kino aus dem Jahr 1912, eingebettet in ein mehrstöckiges Wohngebäude, mit denkmalgeschützter Fassade und wertvollen historischen Elementen im Inneren. Ziel war es, den Charakter dieses außergewöhnlichen Ortes zu bewahren und zugleich eine zeitgemäße, funktionale und atmosphärische Kinowelt zu schaffen.
Wie bei vielen Kulturstätten stand auch den Kinobetreiber*innen hier nur ein sehr geringes Budget zur Verfügung, sodass der kreative Entwurfsprozess stets eng mit einer möglichst kostengünstigen Umsetzung verbunden war. Entsprechend blieb ein großer Teil der vorhandenen Substanz erhalten und wurde bewusst in die Gestaltung integriert. Im historischen Saal wurde der alte Holzboden sorgfältig aufgearbeitet, um die besondere Wärme und Authentizität des Raumes zu bewahren.
Gleichzeitig entstand im Kellergeschoss ein vollständig neuer zweiter Kinosaal. Wo zuvor Gerümpel in einem alten Gewölbekeller lagerte, befindet sich heute ein kleiner Vorführraum – technisch auf aktuellem Stand und sensibel in die bestehende Struktur eingefügt.
Eines der Herzstücke des Hauses, das Deckenfresko im Foyer, wurde behutsam restauriert und bildet heute wieder ein eindrucksvolles Entrée. Gemeinsam mit der Innenarchitektin Dorothee Maier https://meierei.org/ entwickelten wir ein farb- und materialstarkes Gestaltungskonzept, das die Geschichte des Kinos respektiert und zugleich frische, zeitgemäße Akzente setzt.
Trotz äußerst begrenzter Mittel entstand so ein Ort, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet – mit großer Sorgfalt, architektonischer Klarheit und spürbarer Leidenschaft für Kulturorte, die ihre Nachbarschaft prägen.
German Design Award Special Mention 2016,
Bayerische Architektouren 2017