Aussenansicht saniertes Mehrfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoss nach der Sanierung, München, 2020
Projekt: Sanierung eines Mehrfamilienhauses aus den 50er Jahren und Ausbau des Dachgeschoßes
Bauweise : Bestand in Ziegelbauweise mit Holzbalkendecken
Ort: München
Fertigstellung: 2020
Wohnfläche: ca. 210 qm
Energiebilanz:
West-Garten des Hauses
Fassadenansicht mit Balkonen zwischen Bäumen hindurch, rotes Ziegeldach
Seitlicher Blick auf das Haus, Süd-Terasse
Dachbalkon aus Metall mit Stühlen und Tisch
Moderne Wohnküche, weisse Wände, gebürsteter Edelstahl, Holzfussboden
Kinderzimmer, weiße Wände, Holzfussboden, große Fenster
Blick vom Dachgeschoss auf den ausgebauten Giebel, Wände und Decke in weiss mit offener Holzkonstruktion
Wohnbereich im ausgebauten Dachgeschoss, Decke und Wände in weiss, Holzfussboden, offene Treppe in den Giebel
Neu renoviertes Badezimmer, modern, beige gefliester Boden, Bademöbel und Wände in weiß, Badewannensockel in Hellblau,
Treppenhaus, schwarzes Geländer, Holzstiegen, weiße Wände, Stockwerk
Sicht im Treppenhaus von oben die Stufen runter
Aussenansicht Mehrfamilienhaus, vor der Sanierung, München, 2020

Aus Alt wird Zukunft – ein Mehrfamilienhaus der 50er Jahre erwacht zu neuem Leben.

In einem gewachsenen Wohnquartier in München wurde ein Mehrfamilienhaus aus den 1950er Jahren umfassend saniert und durch den Ausbau des Dachgeschosses neu interpretiert. Das Gebäude befand sich in einem Zustand, der eine grundlegende Erneuerung erforderlich machte. Ziel war es, den Charakter des Bestands zu bewahren und zugleich zeitgemäßen, nachhaltigen Wohnraum für drei eigenständige Mietwohnungen zu schaffen – jeweils eine Wohneinheit pro Geschoss.

Die bestehende Struktur in Ziegelbauweise mit Holzbalkendecken bildete dabei die solide Grundlage. Die Grundrisse wurden behutsam an heutige Wohnbedürfnisse angepasst, funktionale Abläufe optimiert und die Bäder zeitgemäß neu gestaltet. Ein zentrales Anliegen der Eigentümerin war es, jeder Wohnung eine eigene private Freifläche zuzuordnen und zugleich einen gemeinschaftlich nutzbaren Gartenbereich zu schaffen, der Begegnung ermöglicht und das Haus als Ganzes verbindet.

Aus statischen und wirtschaftlichen Gründen wurde der bestehende Dachstuhl vollständig abgetragen und durch einen neuen, zimmermannsmäßig errichteten Dachstuhl ersetzt. Eine gedämmte Dachhaut mit Gauben und Dachflächenfenstern schafft nun großzügigen, lichtdurchfluteten Wohnraum im neu ausgebauten Dachgeschoss.  Das bestehende Flachdach auf dem Anbau wurde erneuert und zu einem großzügigen Balkon umgebaut; darüber wurde ein zusätzlicher Balkon für die Dachgeschosswohnung aufgeständert. Wenn man hier sitzt, mitten im grünen Blätterdaches des alten Walnussbaumes, fühlt man sich wie in einem Vogelnest.

Die Fassade erhielt eine zeitgemäße Dämmung, Fenster und Fensterläden wurden erneuert. Prägende Elemente aus der Entstehungszeit – die charaktervolle Holztreppe, Dielenböden sowie die Form des Walmdaches mit Zierfries – wurden sorgfältig aufgearbeitet und bewusst in das neue Gestaltungskonzept integriert. So bleibt die Geschichte des Hauses ablesbar und wird gleichzeitig in die Gegenwart übersetzt.

Auch im Energiekonzept verbindet sich Nachhaltigkeit mit Wirtschaftlichkeit: Eine Kombination aus Luftwärmepumpe und Gasbrennwerttherme sorgt für eine effiziente Wärmeversorgung, unterstützt von einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Hochwertige, langlebige Materialien unterstreichen den Anspruch, langfristige Werte zu schaffen.

Der ehemals wild eingewachsene Garten wurde etwas ausgelichtet. Der große Walnussbaum bleibt als identitätsstiftendes Element erhalten, blühende Stauden und Wildkräuter werten den Vorgartenbereich auf. Heute lädt die Hausbank wieder zum Verweilen ein – ein kleines, aber spürbares Zeichen dafür, dass diese Sanierung nicht nur Wohnraum erneuert, sondern auch Lebensqualität.