Projekt: Neubau eines Einfamilienhauses
Bauweise : Betonfertigteile mit Holzverkleidung
Ort: München
Fertigstellung: 2016
Wohnfläche: ca. 220qm
Energiebilanz:

Ein Haus, das trotz rigider Vorgaben des Bebauungsplanes räumliche Freiheit schafft – präzise geplant, klar komponiert und überraschend großzügig erlebbar.

Der Neubau eines Einfamilienhauses in München entstand 2016 unter außergewöhnlich engen baurechtlichen Rahmenbedingungen. Auf dem großzügigen Grundstück mit altem Baumbestand durfte nur eine kleine Fläche überbaut werden; zudem legte der Bebauungsplan eine strikte Dachgeometrie fest: 50 Grad für Wohnhäuser, 22 Grad für Nebengebäude. Zugelassen waren ausschließlich ein Erdgeschoss und ein Dach.

Die architektonische Antwort darauf ist ein klar strukturierter Baukörper aus Betonfertigteilen mit Holzverkleidung, der sich gemeinsam mit der Garage um einen keilförmigen, kleinen Hof gruppiert. Die Kombination beider vorgeschriebener Dachneigungen – jeweils 50 und 22 Grad – erzeugt ein spannungsreiches, aber harmonisches Ensemble, das dem Ort eine eigene Identität verleiht.

Während sich das Haus zur Straße hin bewusst geschlossen zeigt, öffnet sich im Inneren ein heller, hoher Wohnraum mit großzügigen Fensterflächen zum Garten. Der Blick auf den alten Baumbestand wird zum zentralen atmosphärischen Element. In den privaten Räumen schaffen großformatige Fenster mit integrierten Sitzbänken intime Rückzugsorte und eine starke Verbindung nach draußen.

Ausgeklügelte Details, wie die von  Hand konfektionierten Dachelemente aus Anthrazink, die dazu bündig in die Dachflächen  eingebauten Dachfenster, innen liegende Dachrinnen, eine schmale Traufver-blechung und eine kaum sichtbare Firstentlüftung lassen die Dachfläche zurückhaltend und stimmig erscheinen. Dieser ruhige äußere Eindruck wird von der Fassade mit der vorvergrauten Holzverkleidung aus Lerchenholz mit den klar definierten Fugen und den auf Gehrung geschnittene Hausecken noch betont.
Einzig das aus der Fassade heraustretende quadratische Fenster und der zurückspringenden Eingangsbereich kann als  Gestaltungselement vom öffentlichen Raum aus wahrgenommen werden.