
| Projekt: | Umbau und Sanierung eines Einfamilienhauses aus den 30er Jahren zu „Generationenwohnen“ mit Dachgeschoßausbau und Errichtung eines Anbaues |
| Bauweise : | Haupthaus in Ziegelbauweise, Anbau in Holzskelettbauweise |
| Ort: | Münchner Umland |
| Fertigstellung: | 2013 |
| Wohnfläche: | ca. 340 qm |
| Energiebilanz: | – |
















Zwischen Nähe und Eigenständigkeit: Architektur für drei Generationen.
Der Bestand – ein Haupthaus mit steilem Satteldach und zwei seitlichen, niedrigeren Anbauten – erzählte von seiner Geschichte: Ursprünglich als Pferdestall genutzt, später zu Garagen umfunktioniert, bot er eine robuste, gewachsene Struktur mit großem Potenzial.
Ziel der Familie war es, das Einfamilienhaus so umzubauen, dass mehrere eigenständige Wohneinheiten entstehen und in Zukunft drei Generationen unter einem Dach ein neues Zuhause finden werden. Die ehemaligen Garagen wurden in die Wohnfläche integriert, der ungenutzte Speicher ausgebaut und durch einen Anbau ergänzt. Eine zentrale Frage im Planungsprozess war dabei: Wie viel Nähe ist gewünscht? Verbindungstüren zwischen den Einheiten – ja oder nein? Die Architektur antwortet mit flexiblen Übergängen, die sowohl Gemeinschaft als auch Rückzug ermöglichen.
Der großzügige Garten eröffnete neue Spielräume: An die Westseite wurde ein luftiger Holzanbau gestellt, während die neuen Garagen selbstverständlich im großen Vorgarten Platz fanden. Ein transparenter Glasverbindungsgang trennt Alt- und Neubau bewusst und schafft zugleich eine klare architektonische Fuge.
Im Anbau öffnen große Glasschiebetüren der Wohnküche den Blick in den Garten. Eine umlaufende Holzterrasse auf dem Niveau des Wohnraums erweitert das Haus ins Freie. Eine alte Eiche wurde in das Bauwerk integriert – als identitätsstiftendes Element zwischen Natur und Architektur.
Zur Straße hin schützt eine bedruckte Gerüstplane den Holzanbau vor Einblicken und verleiht ihm zugleich eine eigenständige, fast textile Anmutung.
Bestehendes im Inneren des Hauses wurde bewahrt und weitergedacht: Die vorhandene Treppe, der Kachelofen, Fenster, Türen und sogar alte Möbel wurden aufgearbeitet und neu inszeniert. Ergänzungen wie der Anbau, eine neue Treppe und transparente räumliche Abtrennungen sind bewusst modern gestaltet. So entsteht ein spannungsvolles Wechselspiel zwischen historischem Bestand und zeitgenössischer Architektursprache.
Ein frisches Farbkonzept und eine fein abgestimmte Lichtplanung verbinden Alt und Neu zu einem stimmigen Ganzen – und machen das Haus zu einem lebendigen Ort für mehrere Generationen.