
| Projekt: | Umbau und Sanierung eines Einfamilienhauses aus den 60er Jahren und Errichtung eines Anbaues |
| Bauweise : | Haupthaus Bestand in Massivbauweise, Anbau in Holzrahmenbauweise |
| Ort: | Münchner Umland |
| Fertigstellung: | 2006 |
| Wohnfläche: | ca. 220 qm |
| Energiebilanz: | – |








Transformation statt Abriss – ein Einfamilienhaus der 60er-Jahre neu gedacht.
Im Münchner Umland, unmittelbar am Rand eines alten Buchenwaldes, wurde ein Einfamilienhaus aus den 1960er-Jahren umfassend saniert und durch einen klaren, kubischen Anbau in Holzbauweise ergänzt. Ziel war es, die Qualitäten des großzügigen Grundstücks neu erlebbar zu machen und zugleich die bauliche Identität des Bestands zu bewahren.
Das bestehende Gebäude in Ziegelbauweise war ursprünglich mit wenig Bezug zu Himmelsrichtungen und Garten angelegt. Kleine Fensteröffnungen, ein kleinteiliger Grundriss und geringe Raumhöhen prägten das Haus ebenso wie eine energetisch unzureichende Gebäudehülle. Küche und Wohnräume waren funktional getrennt, Tageslicht und Großzügigkeit fehlten.
Da der Bauherr persönliche Erinnerungen mit dem Haus verband und die Substanz tragfähig war, fiel die Entscheidung zugunsten einer behutsamen Transformation statt eines Neubaus.
Ziel des Entwurfes war die klare Neuorientierung: Öffnung der südwestlichen Gartenseite mit großzügigen, raumhohen Fenstertüren und Blickbezügen ins Grün – gleichzeitige Abschirmung der nordöstlichen Straßenseite zur Wahrung der Privatheit. Charakteristische Elemente wie die Sichtbetoneinfassungen von Eingang und Treppenhaus sowie die Fensterläden wurden erhalten und in das neue Gesamtkonzept integriert.
Der neue Anbau in Holzskelettbauweise bildet heute das Herz des Hauses. Als zentraler Lebensraum für die junge Familie vereint er großzügige Küche, Essbereich und einen Luftraum mit Galerie zu einem offenen, lichtdurchfluteten Raumgefüge mit Blick auf den Buchenwald. Flexible Schiebetüren ermöglichen es, einzelne Bereiche je nach Bedarf zu verbinden oder zu separieren.
Im Bestand wurden durch gezielte Durchbrüche und raumhohe Öffnungen fließende Übergänge geschaffen, die die ursprünglichen, niedrigen Raumhöhen optisch strecken. Helle Holz- und Natursteinböden unterstreichen die warme, natürliche Atmosphäre und verbinden Alt und Neu zu einer stimmigen Einheit. Das Ergebnis ist ein Haus mit Geschichte – energetisch und räumlich auf zeitgemäße Bedürfnisse ausgerichtet, sensibel eingebunden in seine Umgebung zwischen Garten und Buchenwald.